Wo Frauen Top-Karrierechancen haben

  • Studie untersucht Gleichstellung in den 5.000 größten deutschen Unternehmen

Hamburg, 08. April 2019 – Sie bieten Frauen eine Kultur der Chancengleichheit, Mentoring-Programme, Networking-Veranstaltungen und vieles mehr: 292 Firmen mit Sitz in Deutschland haben sich durch ihr Engagement für Gleichberechtigung eine Auszeichnung verdient. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Top-Karrierechancen für Frauen“ des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF). Im Auftrag von Focus Money untersuchten die Forscher des IMWF die 5.000 größten deutschen Unternehmen. In der Kategorie Personaldienstleistung ist die ManpowerGroup Vorreiter in Sachen Frauenförderung. Beim Konzern mit Sitz in Eschborn sind rund 58 Prozent der Führungskräfte weiblich, darunter auch die Personalchefin Anke Anderie und Sonja Pierer, die Geschäftsführerin der Tochterfirma Experis. Mit seiner Unternehmenskultur will Manpower die Frauenquote im mittleren und oberen Management sukzessive erhöhen. So achtet die Firma beispielsweise darauf, dass Teilzeitarbeit kein Karrierehindernis darstellt.

Unter den Lebensmitteleinzelhändlern belegt Lidl den ersten Platz. Beim Discounterunternehmen mit Sitz in Neckarsulm sind weibliche Führungskräfte keine Seltenheit: Frauen führen zum Beispiel 55 Prozent der Filialen. Chancengleichheit gehört bei Lidl zur Firmenstrategie. Das Unternehmen bezahlt zum Beispiel das gleiche Gehalt bei gleicher Position und bietet jedem Mitarbeiter dieselben Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln.

Auch für die Commerzbank hat Frauenförderung eine hohe Bedeutung. Mit Dr. Bettina Orlopp hat das Kreditinstitut seit November 2017 ein weibliches Vorstandsmitglied für die Themen Compliance, Human Resources und Legal. Im gesamten Geldhaus betrug Ende 2017 der Anteil weiblicher Führungskräfte 30,7 Prozent. Diese Quote möchte der Konzern weiter steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützt die Bank Frauen unter anderem durch Mentoring-Programme und Karrieretage zum Netzwerken.

In der Kategorie Mode und Lifestyle steht Adidas an der Spitze. Weltweit ist jede dritte Führungskraft beim Sportartikelhersteller aus dem mittelfränkischen Herzogenaurach weiblich. Damit sich diese Zahl erhöht, bietet Adidas unter anderem ein Mentoring-Programm für Frauen an und hat ein internationales Netzwerk zur Frauenförderung aufgebaut. Darüber hinaus unterstützt der Konzern flexible Arbeitszeitmodelle, die zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen.

Unter den Firmen in der Rubrik Bahnverkehr belegt die Deutsche Bahn den Spitzenplatz. Der Frauenanteil im bundeseigenen Konzern mit Zentrale in Berlin beträgt in Führungspositionen derzeit mehr als 20 Prozent. Die Bahn setzt sich dafür ein, diese Quote kontinuierlich zu erhöhen. Zu den Maßnahmen gehört unter anderem, Führungskräften das Herunterfahren ihrer Arbeitszeit auf bis zu 70 Prozent zu ermöglichen, indem sie Aufgaben delegieren. Außerdem hat sich das Unternehmen verpflichtet, bei Auswahlprozessen von Führungspositionen mindestens eine geeignete Bewerberin zu berücksichtigen. Scheitert die konzerninterne Suche nach einer passenden Kandidatin, sucht die Bahn auch extern.

Hintergrundinformationen

Die Siegel-Studie „Top-Karrierechancen für Frauen“ basiert auf einer zweistufigen Untersuchung. Im ersten Schritt sammelte das IMWF Daten mithilfe der Methode des sogenannten Social Listenings. Zunächst durchsuchte der Studienpartner Ubermetrics Technologies deutsche und deutschsprachige Domains inklusive Social Media (insgesamt 350 Millionen öffentliche Online-Quellen) nach relevanten, öffentlichen Beiträgen in den Kategorien Unternehmenskultur, Arbeitsklima und Gleichberechtigung. Internetseiten aus Österreich und der Schweiz waren von der Suche ausgeschlossen. Die rund 6,3 Millionen Online-Nennungen aus dem Erhebungszeitraum vom 1. Februar 2018 bis zum 31. Januar 2019 wurden schließlich an Beck et al. übermittelt und dort mittels Verfahren der Künstlichen Intelligenz analysiert und kategorisiert. Auf diese Art und Weise erhoben die Forscher Daten zu den 5.000 größten deutschen Unternehmen. Darüber hinaus bekamen diese Firmen einen strukturierten Fragebogen, der unter anderem Fragen zum Anteil weiblicher Führungskräfte und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf enthielt. Die Ergebnisse wurden branchenspezifisch auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten abgebildet. Der jeweilige Branchensieger erhielt 100 Punkte und setzte damit den Benchmark für alle anderen untersuchten Unternehmen und Marken innerhalb der gleichen Kategorie. Eine Auszeichnung erhalten die Unternehmen, die mindestens 60 Punkte in der Gesamtwertung erreichen und über mindestens 20 Nennungen im Beobachtungszeitraum verfügen.

 

IMWF – Institut für Management- und Wirtschaftsforschung

Das IMWF wurde aus der Erfahrung heraus gegründet, dass die Ergebnisse wissenschaftlicher Ausarbeitungen und Marktanalysen für Entscheider in der Wirtschaft oftmals nicht die hinreichende Praxisnähe und Relevanz haben. In Folge dessen bleibt die Unterstützung wissenschaftlicher Institutionen durch Unternehmen oftmals hinter den Erwartungen der Lehrstühle zurück. Vor diesem Hintergrund versteht sich das IMWF als Plattform, auf der Kontakte zwischen Wissenschaft und Unternehmen geknüpft werden, die an fundierter Aufarbeitung relevanter Management- und Wirtschaftsthemen interessiert sind.

 

Pressekontakt

Dr. Mathias Oldhaver
IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung GmbH
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