IK im Blindflug

Kommunikation hängt bei der Datennutzung insgesamt hinterher. Noch schlimmer sieht es nur bei der IK aus, wie erst jüngst eine Befragung von Meltwater und dem IMWF bestätigt hat. Ohne Daten keine KPIs, ohne KPIs keine Messbarkeit, ohne Messbarkeit keine Wertschöpfung, ohne Wertschöpfung keine Existenzberechtigung, so lautet der simple Algorithmus, der am Ende über mehr als die Wertschätzung, die IK genießt, bestimmt.

In der Kommunikation vor die Kurve zu kommen, strategischer zu werden und einen messbaren Wertschöpfungsbeitrag für die Organisation zu leisten ist ein starkes Bedürfnis von Kommunikationsverantwortlichen. Wenn es aber darum geht, Daten für die operative Steuerung der Kommunikationsarbeit zu nutzen, fehlt oft schon das Verständnis für die Bedeutung. Nur 25% der Befragten einer aktuellen Studie des IMWF und Meltwater finden die Information über Öffnungsraten und Link-Clicks von internen Newslettern „sehr wichtig“, nur 3% denken das von der Information über die Anzahl der im Unternehmen versendeten E-Mails. Dabei würde eine umfassende Nutzung vorhandener (nicht-personenbezogener) Daten entschieden helfen, den Wunsch nachstrategischerem Vorgehen zu befördern. Ohne Daten keine KPIs, ohne KPIs keine Messbarkeit, ohne Messbarkeit keine Wertschöpfung, ohne Wertschöpfung keine Existenzberechtigung, so lautet der simple Algorithmus, der am Ende über mehr als die Wertschätzung, die IK genießt, bestimmt. Die Interne Kommunikation sollte ihren Blindflug beenden undes sich nicht länger leisten, mit niedrig-frequenten Mitarbeiterzufriedenheits-Umfragen zu operieren und Likes und Kommentare im Intranet zu zählen. Eine systematische Erfassung von Datenquellen in einer Data-Map ist der Startpunkt. Hier lohnt sich ein Gespräch mit der IT, HR und anderen Unternehmensfunktionen. So liefern z.B. Administrator-Dashboards eine Vielzahl an Daten, die etwa Aufschluss über die Nutzung von Social Collaboration Plattformen bieten. Darauf lassen sich in einem nächsten Schritt Key Performance Indikatoren entwickeln und z.B. in einem „Collaboration-Index“ zusammenfassen. Damit ist es natürlich nicht getan – man spricht deshalb auch von einem „Daten-Marathon“, der erst bewältigt ist, wenn am Ende Aktionen daraus abgeleitet werden. Nur 5% tun das angeblich. Es soll Newsrooms geben, in denen episch über Presse-Clippings debattiert wird und interne Zielgruppen keine Rolle spielen. Ein tagesaktuelles Dashboard zur Stimmungslage bei den Beschäftigten erhöht die Relevanz on internen Kanälen nicht nur innerhalb der Kommunikation, sondern ist eine wichtige Sensorik für das Management.

In unserem CommTech-Webinar "Das Stiefkind der PR: die Erfolgsmessung der internen Kommunikation" haben Christoph Ringwald von Rolls & Royce Power-Systems, Prof. Dr. Lothar Rolke von der Hochschule Mainz und ich das Thema näher beleuchtet. Die Aufzeichnung des Webinars kann man sich hier anschauen.