Wohin geht die Reise mit CommTech?

Der Einsatz digitaler Technologien, Herausforderungen bei internen Arbeitsabläufen oder die Implikationen der Stakeholder-Journey: Themen die Anfang April an der Universität Leipzig unter einer Frage diskutiert wurden: Wohin geht die Reise mit CommTech?  

Bei der Alumniveranstaltung REFRESH 2022 des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft wurden nicht nur die neuesten Forschungsergebnisse des Lehrstuhls vorgestellt, sondern auch das Thema CommTech, als zentraler Trend in der Kommunikationsbranche, kritisch diskutiert. Dabei wurde sowohl ein Blick in die Forschung zum Themenfeld geworfen als auch die Herausforderungen im Berufsalltag aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Mit dabei waren Jana Brockhaus (Universität Leipzig), Meike Ostermeier (Finsbury Glover Hering), Lea Waskowiak (Covestro) und Manuel Wecker (Unicepta). Für die AG CommTech haben die Panel-Teilnehmer:innen ihre Key Learnings festgehalten.


„CommTech in Anwendung“

Während sich die fachliche Diskussion zu Daten in der Kommunikationsbranche lange Zeit auf das Buzzword Kommunikationscontrolling beschränkt hat, verspricht der Begriff Comm-Tech eine deutlich breitere und integrierte Perspektive auf das Thema. Im Fokus der Diskussion steht der Einsatz digitaler Technologien entlang der gesamten kommunikativen Wertschöpfungskette. So wird CommTech von vielen Kommunikationsverantwortlichen häufig (noch) zu kurz gedacht und nur auf die Analyse oder die Evaluation der Kommunikationsaktivitäten bezogen. Dabei können Daten an jedem Punkt im Managementprozess genutzt werden - für das Steering, das Erkennen von Opportunitäten und Risiken und für das Einbringen von Impulsen.

Dafür braucht es analytisches Prozessdenken. Kommunikationseinheiten müssen ihre Leistungen und Aufgaben aufschlüsseln und in Prozesse zerlegen, um Optimierungspotenzial durch Technologien identifizieren zu können. Das viel erlebte Einführen von unzähligen Tools und Software bringt wenig Fortschritt, ohne einen konkreten Prozess vor Augen zu haben, der durch das Tool sinnvoll unterstützt werden kann. Hinzu kommt: Ein Tool wird einen suboptimalen Prozess nicht reparieren.

Nicht zuletzt helfen Tools vor allem, Komplexität zu reduzieren und Daten zu systematisieren. Um Insights dann zielgerichtet zu interpretieren und im kommunikativen Handeln zu berücksichtigen, bleibt eines weiterhin unverzichtbar: der Human Factor. Nur wenn mutige Schatzsucher - Pioniere und Daten-Enthusiasten - das Thema in Organisationen vorantreiben, kann es gelingen, im internen Wettbewerb mit anderen Abteilungen vorauszugehen.

„What's next?“

Die Kommunikation sitzt heute auf einem riesigen Datenschatz, der gehoben werden will. Sie kann hier glänzen (und einen zentralen Beitrag zur eigenen Reputation leisten), indem sie Daten und Insights mit internen Stakeholdern und anderen Abteilungen teilt. Doch dabei werden Kommunikationsverantwortliche zunehmend vor neue Herausforderungen gestellt: Minütliche Veröffentlichungen und eine globale 24/7 Berichterstattung auf fragmentierten Kanälen macht die Aufgabe Insights abzuleiten immer anspruchsvoller. Wer sich hier weiterbildet, Trends verfolgt und am Puls der Zeit bleibt, ist gut gerüstet. Auch akademisch sind bereits erste Schritte getan: Universitäten und Hochschulen werden im Bereich des Kommunikationsmanagements ihre Ausbildungsangebote zu Technologien und Daten-Kompetenz ausbauen.  

Wir blicken mit Spannung auf kommende Entwicklungen zu diesem aktuellen wie relevanten Themenfeld in der Kommunikationsbranche.